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Alkoholkonsum - Reduktion der Trinkmenge

Übermäßiger Alkoholkonsum steht weltweit auf Platz 3 der Risikofaktoren für die Gesundheit. Alkoholkonsum verursacht nach dem Tabakrauchen, die mit Abstand höchsten Kosten verglichen mit anderen psychiatrischen Erkrankungen (Burden of Disease Study WHO). In Deutschland trinken zehn Millionen Menschen zu viel Alkohol.

Die Diagnose einer Alkoholabhängigkeit wird gestellt, wenn im letzten Jahr drei oder mehr der Kriterien erfüllt wurden:

  • Ein starkes Verlangen oder eine Art Zwang, Alkohol zu trinken.
  • Verminderte Kontrolle über den Alkoholkonsum, d.h. über Beginn, Beendigung oder die Menge des Konsums. Das wird daran deutlich, dass mehr Alkohol konsumiert wird oder über einen längeren Zeitraum als geplant.
  • Ein körperliches Entzugssyndrom, wenn der Alkoholkonsum reduziert oder abgesetzt wird, mit den für Alkohol typischen Entzugssymptomen.
  • Toleranzentwicklung gegenüber den Alkoholeffekten. Um die gewünschte Wirkung zu erreichen, müssen größere Mengen Alkohol konsumiert werden, oder es treten bei Zufuhr derselben Menge deutlich geringere Effekte auf.
  • Einengung auf den Alkoholkonsum, was sich an der Aufgabe oder Vernachlässigung anderer wichtiger Vergnügen oder Interessensbereiche zeigt; oder es wird viel Zeit darauf verwendet Alkohol zu bekommen, zu konsumieren oder sich vom übermäßigen Alkoholgenuss zu erholen.
  • Anhaltender Alkoholkonsum trotz eindeutig schädlicher Folgen. Der Betreffende setzt den Konsum fort, obwohl er sich über die Art und das Ausmaß des Schadens bewusst war oder bewusst sein können.

Bei Alkoholsucht kostet es große Überwindung "trocken" zu bleiben. In Deutschland gilt die absolute Abstinenz als überragendes Therapieziel. Jeder erneute Alkoholkonsum wird als Therapieversagen gewertet. Gilt aber parallel bei einem Zuckerkranken ein Diätfehler als Therapieversagen? Mitnichten!

Warum nicht Abstand nehmen von diesem hohen Ziel und erst einmal eine Reduktion des Alkoholkonsums erreichen? Während der Therapie verändern viele Patienten ihr vorab gewähltes Ziel und können durchaus später eine Abstinenz erreichen. Gesundheit ist ein dynamischer Prozeß und Ziele sind veränderbar.

Betriebliche Gesundheitsförderung

Unternehmen unternehmen Gesundheit

Motivation zur betrieblichen Gesundheitsförderung

Die meisten Unternehmer wissen, dass betriebliche Gesundheitsförderung (BGF) sinnvoll ist und langfristig Kosten spart. Trotzdem fristet sie vor allem in vielen klei­nen und mittleren Betrieben immer noch einen Nischenplatz. Präventive Maßnahmen zur Gesundheitsförderung erhalten und stärken die Gesundheit der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Zugleich können diese Maßnahmen zur Verbesserung des Betriebs­klimas beitragen, da sie Vorgesetzte zu einem sorgsamen Umgang mit den Beschäf­tigten ermuntern. Durch betriebliche Gesundheitsförderung können sowohl Krank­heitskosten als auch krankheitsbedingte Fehlzeiten um mehr als ein Viertel verringert werden (Bundesministerium für Gesundheit, 2010)

Dies hat sich auch nach dem Start der Initiative des Bundesgesundheitsministeriums für den Ausbau der betrieblichen Gesundheitsförderung bisher kaum geändert. Nur jedes fünfte Unternehmen investiert in die Gesundheit der Beschäftigten. Nach Anga­ben des Forschungsberichts der internationalen Vereinigung für soziale Sicherung können Unternehmen, die einen Euro pro Beschäftigten und Jahr in die betriebliche Prävention investieren, mit einem potenziellen ökonomischen Erfolg von 2,20 Euro rechnen.

Siehe auch: Forschungsbericht Kosten und Nutzen der Prävention aus dem Jahr 2011 (externer Link).

Finanzierungshilfen durch staatliche Förderung

Die betriebliche Gesundheitsförderung ist heute eine freiwillige Leistung des Arbeit­gebers. Maßnahmen die den allgemeinen Gesundheitszustand verbessern und der be­trieblichen Gesundheitsförderung dienen, sind bis zu einem Betrag von 500 Euro pro Jahr und Arbeitnehmerin und Arbeitnehmer von der Einkommensteuer befreit (nach §3 Nr. 34 EStG). Voraussetzung für die Steuerbefreiung ist, dass die Leistungen zur Gesundheitsförderung zusätzlich zum entrichteten Arbeitslohn gezahlt werden.   Werden diese Kriterien erfüllt, ist diese Arbeitgeberleistung zur Gesundheitsförderung sowohl steuer – als auch sozialversicherungsfrei. Unerheblich ist hierbei, ob es sich um Barzuschüsse oder um Sachleistungen des Ar­beitgebers handelt. Nicht begünstigt sind in diesem Zusammenhang Entgeltumwand­lungen des Arbeitnehmers.

Benefit für den Unternehmer

Die Vorteile der Gesundheitsförderung von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern liegen auf der Hand. Sie trägt zur Gesunderhaltung und Motivation von Beschäftigten bei, vermeidet langfristig hohe Kosten für die Betriebe und das Gesundheitswesen und führt damit zu mehr Wettbewerbsfähigkeit. Dies kann sich auch bei der Zunahme des Facharbeitermangels im Hinblick auf die Konkurrenz um diesen Facharbeiter auswirken. Ein Betrieb, der betriebliche Prävention anbietet, steht eher in der Gunst des Facharbeiters, getreu dem Motto: „ Bei einem guten und gesunden  Betriebskli­ma, wo ich auch wertgeschätzt werde, dort bin ich gerne bereit meine maximale Ar­beitskraft einzusetzen.“